Dirt Eater

Die Nacht mit dem Rennwagen

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Die Runner besuchten, weil sie gerade nichts besseres vorhatten, die Neueröffnung eines Restaurants in Seattle. Dort gewannen sie bei einer Tombola VIP-Karten für ein Autorennen am nächsten Tag. Natürlich ließen sie sich das nicht entgehen und konnten so in luxuriöser Umgebung einen ganzen Tag lang die Atmosphäre auf der Rennbahn erleben: die Fahrer, Teams und vor allem die Boxenluder aus nächster Nähe betrachten; sich über die ganzen Snobs in der VIP-Lounge lustig machen und sich deren abfällige Blicke gefallen lassen; das Rennen aus völlig neuen Blickwinkeln betrachten und sogar als Beifahrer eine Runde im Rennwagen drehen.

Das Rennen gewann überraschenderweise nicht das Sandler-Team, welches als haushoher Favorit galt, sondern das Royce-Team. Der Fahrer des Sandler-Teams musste mit technischem Defekt vorzeitig aussteigen. Als der Renntag sich dem Ende entgegen neigte und die Runner sich noch in der Nähe der Boxen (oder der Bar?) herumdrückten, wurde der immer noch vor Wut schäumende Boss des Sandler-Teams - Sandler höchstpersönlich - auf die Runner aufmerksam. Da er sie als schlagkräftige Truppe erkannte, fragte er sie, ob sie für ihn einen kleinen Job übernehmen könnten.

Er versicherte ihnen, dass der technische Defekt seines Wagens kein Zufall gewesen sein konnte und dass er eine Sabotage des Royce-Teams dahinter vermutete. Da er schlimmeres befürchtete, heuerte er die Runner an, in der kommenden Nacht auf seinen Rennwagen aufzupassen.

Der Rennwagen wurde in einer riesigen Lagerhalle in Seattle untergebracht, in der man Lagerplatz mieten konnte. Die Runner begleiteten den feuerroten Truck, in dem sich der Rennwagen befand, und brachten sich in einem Bereich der Lagerhalle in Stellung. Bei ihnen war der Chef-Ingenieur Mark, der sich als sehr kurz angebunden und überheblich herausstellte. Obwohl er eigentlich die ganze Nacht bei ihnen bleiben sollte, verließ er sie plötzlich und sagte, er käme bald wieder. In der Zeit seiner Abwesenheit wurden die Runner von den Arbeitern, die gerade Schicht hatten und den Truck des Sandler-Teams als solchen erkannten, aufgefordert ihnen mal den Inhalt zu zeigen. Sie waren ziemlich penetrant und wurden sogar handgreiflich, um den Rennwagen zu sehen. Die Runner konnten das natürlich nicht zulassen und mussten die Typen irgendwie loswerden.

Mark kam einige Zeit später mit einem zweiten Techniker wieder, um mit ihm zusammen den Wagen zu untersuchen. Nach einiger Zeit verzogen sich beide wieder. Ungefähr eine Stunde später erfolgte dann der Angriff.

Ein Team rückte in einem schwarzen, gepanzerten Wagen an, der mit einem Raketenwerfer und einem MG ausgestattet war. Mit dem Raketenwerfer "öffneten" sie das Außentor und nahmen Sandlers Truck unter Beschuss. Ihr Ziel war klar: die Zerstörung des Rennwagens. Leider schafften sie das auch, da die Runner ihnen zwar heftigen Widerstand leisteten, letztendlich aber nicht genug entgegenzusetzen hatten. Mit stark lädiertem Fahrzeug konnten sich die Angreifer unerkannt in die Flucht schlagen.

Sandler war natürlich tierisch sauer, als die Runner ihn per Kommlink benachrichtigten. Er hatte in dieser Nacht mehrere Millionen verloren. Entsprechend brüllte er die Runner an, nachdem sie ihm alles ausführlich berichtet hatten - wie unfähig sie wären und dass sie das ja wohl locker hätten schaffen können. (Natürlich gab er dabei nicht zu, dass er selbst nie mit einem so heftigen Angriff gerechnet hätte.) Sandler war vor allem deshalb so auf der Palme, weil er zuvor vollkommen ausgeschlossen hatte, dass einer seiner Mitarbeiter etwas mit der Sache zu tun hat. Es stellte sich dann aber heraus, dass Mark, sein Chef-Ingenieur und bester Mann, ein Verräter war und dass der Techniker, mit dem er in der Lagerhalle auftauchte, zum Royce-Team gehörte. Der Angriff war also offensichtlich vom Royce-Team in Auftrag gegeben worden, was ihnen aber leider niemand nachweisen konnte.

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