Dirt Eater

Bandits Sicht der Dinge

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Hey Chummers!
Willkommen in unserer wunderschönen Welt voller Cyberware, Bioware, Waffen und Magie. Unsere Heimat sind die Schatten von Seattle: kalt, dunkel, tödlich.

So wie ihr kommen auch wir aus allen möglichen sozialen Schichten - Gosse, Kon, High Society, stinknormale Unterschicht, Ganger. Eben alles, was das Johnson-Herz begehrt und was einen in der Gruppe überlebensfähig macht. Eine Vorstellung von uns zu bekommen ist - gelinde gesagt - ein wenig schwierig. Ihr kennt mit Sicherheit die goldene Regel: Quatsch nicht zu viel über dich. Nun, ich will es trotzdem versuchen.

Billy, ein Ork-Ki-Adept, ist mit Sicherheit der auffälligste Charakter unserer Gruppe. Meistens schmeißt er sich in Edelzwirn und pennt den ganzen Tag. Luxus ist alles für ihn. Kommt wohl durch sein Totem. Er folgt dem Ruf von Löwe. Soweit ich weiß, kommt Billy aus dem Ork-Underground und war dort mal Mitglied einer Gang. Was genau mit ihm dort geschehen ist und warum er irgendwann mal im Knast gelandet ist, hat er mir nur ansatzweise verraten. Aber ich kann´s mir fast denken. Ich würde wetten, er hatte zunächst den klassischen Weg eines Gossen-Punks eingeschlagen. Wer weiß...

Nun, Billy ist zumindest nicht der einzige Ork in unserer Gruppe. Kain ist genauso wie Billy ein Ork und, als wenn das nicht schon genug wäre, ebenfalls Ki-Adept. Die beiden gleichen sich irgendwie, wenn der Hang zum Luxus bei Billy nicht wäre. Außerdem vertraue ich Billy eher als Kain. Das muss nicht bedeuten, dass ich ihm mißtraue. Es ist einfach nur so ein Gefühl. Kain ist eher undurchschaubar, verschlossen, manchmal sogar unberechenbar. Wahrscheinlich liegt es daran. Er ist selten bei Aufträgen dabei. Wir vermuten, dass er bei einer magischen Gruppe rumhängt. Tja, wie gesagt, Kain redet nicht viel über sich und über das, was er außerhalb der Runs so macht.

Habe ich eigentlich schon angesprochen, dass unsere Gruppe auffällt wie ein bunter Hund. "Drek!", schreit ihr mir entgegen! Ihr habt recht. Auffälliger als die beiden vorgenannten, zumindest von der Körpergröße, ist in jedem Fall Freddy. Ich spreche hier von einem drei Meter großen Troll. Sein Onkel ist ein Mafia-Boss in Seattle. Ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist, muss sich noch herausstellen. Hilfe haben wir - gegen entsprechende Creds - zumindest schon von seinem Onkel erhalten. Obwohl: Ausnahmen bestätigen die Regeln! Als ich Freddy um Hilfe beim Bau eines Kinderheimes (spießig!!) in Glühstadt gebeten habe, hat er ohne große Umschweife und einfach so Gelder und Materialien bei seinem Onkel locker gemacht. Ich Frage mich nur, wann sein Onkel eine Gegenleistung dafür bei uns einfordert. Nun, Freddy ist ein Draufgänger, wie er im Buche steht. Für jede Schießerei ist er zu haben, und leider meistens auch für weitaus blutigere Jobs. Sein Haß auf Renraku ist geradezu grenzenlos. Was Freddy zu diesem Haß getrieben hat, entzieht sich, wie so vieles, meiner Kenntnis.

Unser Decker im Stall ist Casio, ein Norm. Ihm haben wir es zu verdanken, dass so mancher Job ohne Auslösen eines Alarms über die Bühne gegangen ist. Anfangs war er der Angsthase schlechthin. Aber mittlerweile hat sich das auch gebessert. Immerhin springt er nicht mehr bei jeder kleinen Schießerei oder Prügelei hinter die nächste verfügbare Deckung. In der Matrix hat er das allerdings, soweit ich das beurteilen kann, nicht nötig. Sein Wissen scheint groß zu sein. Nur an der richtigen Ausrüstung scheitert es noch manchesmal. Bei ihm, wie auch bei uns anderen, macht es sich langsam bemerkbar, dass wir besser werden im Geschäft und mehr Kohle bekommen für unsere Runs. Hochwertiges Equipment ist verdammt teuer in den Schatten. Aber wem sag ich das? Zum Glück haben wir eine vertrauenswürdige Schieberin als Connection, die uns den Kram halbwegs preisgünstig und schnell besorgen kann.

Tja... Wo ist die Messerklaue? Wo ist der Mann fürs Grobe? Bei der Beantwortung dieser Fragen dürfen wir Billy und Kain nicht vergessen, klar. Aber die Messerklaue im klassischen Sinne war Eugene. Wie Casio ebenfalls ein Norm. Auf der Straße hättet ihr ihn wohl eher unter dem Namen "Baraccuda" antreffen können. Zu recht, wie ich meine. Zunächst hatte er vor, sich den Körper mit Cyberware vollstopfen zu lassen oder - was noch viel schlimmer gewesen wäre - den Körper durch Cyberware ersetzen zu lassen. Vor kurzem hat er sich dann doch von den Schatten verabschiedet. Seine Familie (Frau und Tochter) ist ihm wichtiger, sagt er. Ich finde, das ist absolut die richtige Entscheidung. Ein Familienvater hat in den Schatten nichts verloren. Wenn ihr ihm also begegnet, laßt ihn in Ruhe. Er ist kein Runner mehr.

Um unser Team noch magielastiger zu machen, hat sich eine halbe Portion zu uns gesellt: Daedalus. Er ist ein Zwerg, folgt der hermetischen Tradition und ist Spruchzauberer. Das mit der halben Portion war natürlich nur auf seine Körpergröße bezogen... Im Nahkampf ist er für uns unverzichtbar. Außerdem ist Daedalus ein ausgezeichneter (Zauber-)Sprücheklopfer. Daß er dem hermetischen Weg folgt, hat schon des öfteren zu Diskussionen zwischen ihm und mir geführt. Leider muss ich zugeben, dass seine Magie, auch wenn sie mir mißfällt, nützlich ist. Irgendwann hat er mal erwähnt, dass er von einem Magie-Professor an einer Universität unterrichtet wurde. Womit er der einzige Magiebegabte aus unserer Gruppe wäre, der in den Genuß einer wirklichen magischen Ausbildung gekommen ist.

Wie bereits erwähnt, ist unsere Gruppe seit kurzer Zeit um ein Mitglied ärmer. Wer hätte gedacht, dass dieser Zustand nicht von langer Dauer sein würde? Gerade erst hat Billy einen Elfen angeschleppt. Der Typ macht soweit einen ganz netten Eindruck. Wie auch immer. Sein Name ist übrigens Salomon. Ein Straßenname vielleicht. Keine Ahnung. Ich werde mir auf jeden Fall in nächster Zeit die größte Mühe geben, um mehr über ihn herauszufinden. Er scheint eine interessante Person zu sein. Irgendwie hat er eine merkwürdige Aura, das ist mal sicher. Wenn man ihn auf seine Vergangenheit anspricht, verfällt er normaler Weise in stumpfes Brüten und schweigt sich aus. Auch gut. Ich glaube, der Typ war früher schon einmal dick im Geschäft und hat sich dann abgeseilt. Zumindest sind seine Kreds voll und er stinkt vor Geld.

Mein Name lautet Bandit. Bezeichnend für mich und mein Totem. Ich bin ziemlich neugierig, wie ihr sicher schon bemerkt habt. Ich folge Waschbär, bin ein Norm und die einzige Frau in der Gruppe. Drek! Eine wirkliche Quoten-Frau. Meine Vergangenheit war, bis zu meinem 17. Lebensjahr, nicht gerade rosig. Ich bin in einer Kon-Arcologie groß geworden. Als ich feststellte, dass die Kon-Vorstellung von Magie nicht meiner Magie entsprach, habe ich mich verpißt. Seitdem lebe ich ständig in Angst, der Kon oder meine Eltern könnten mich aufspüren. Aber ich will hier nicht weiter rumheulen. Bisher habe ich mich ganz gut durch die Schatten geschlagen bzw. geschlichen. Meine Fähigkeit Geister zu beschwören wächst von Tag zu Tag, und ich bin mit meinem Leben einigermaßen zufrieden. Zum Kon würde ich niemals zurückgehen. Sarari-Leuten in den Arsch zu treten und ihre Kreds zu stehlen ist mein größtes Vergnügen. Und das soll auch mein letztes Wort an dieser Stelle sein. Ich wünsche Euch ein langes Leben!!

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